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Punktesystem und Produktivitätsfaktor
Arbeitsbelastung und Qualität im Housekeeping steuern
Punktesystem und Produktivitätsfaktor - CELLYPSO

Effektives Housekeeping-Management in Hotels ist ohne eine genaue Erfassung des Arbeitsaufwands nicht möglich. Eine der zuverlässigsten Methoden ist die Einführung eines Punktesystems (Points System/Room Credits) und des Produktivitätsfaktors (Productivity Factor). Diese Werkzeuge ermöglichen eine flexible Aufgabenverteilung, eine realistische Einschätzung der Personalbelastung und die Aufrechterhaltung einer konstanten Reinigungsqualität – unabhängig von der Hotelbelegung. Das Punktesystem ist eng verbunden mit der Reinigungszeit, dem Reinigungsplan und den verschiedenen Reinigungsarten.

Was ist ein Punktesystem im Housekeeping?

Das Punktesystem (auch Room Credits genannt) ist eine Methode zur Berechnung des Reinigungsaufwands. Im Gegensatz zur einfachen Zählung von Zimmern berücksichtigt dieses System Komplexität, Dauer und Art der Reinigung und ermöglicht so eine faire Verteilung der Arbeitsbelastung auf die Zimmerdamen.

Jeder Aufgabe – ob Zwischenreinigung, Bettwäschewechsel oder Suite-Vorbereitung – wird eine bestimmte Punktzahl zugewiesen, die die geschätzte Bearbeitungszeit widerspiegelt. Dieser Ansatz verhindert Überlastungen und Subjektivität in der Planung.

Wie werden die Punkte berechnet?

Die Punkte können von Hotel zu Hotel variieren, aber als Orientierung gilt häufig:

1 Punkt ≈ 10 Minuten aktive Reinigung (ohne Logistik, Einweisung und Pausen).

Wenn eine Schicht 8 Stunden (480 Minuten) dauert, verbleiben nach Abzug von Pausen, Übergaben und Wegen etwa 300 Minuten reine Arbeitszeit. Das ergibt eine Tagesnorm von 25–30 Punkten.

Beispiele für die Aufgabenbewertung:

  • Zwischenreinigung (auf Anfrage, ohne Bettwäschewechsel) — 2 Punkte (~20 Min.)
  • Tägliche Reinigung (für belegte Zimmer) — 3–4 Punkte (30–40 Min.)
  • Check-out-Reinigung (kompletter Bettwäschewechsel, Desinfektion) — 5–6 Punkte (50–60 Min.)
  • Komplexe Zimmer (Suiten, Apartments)8–10 Punkte (80–100 Min.)

Wenn ein Zimmer in Umfang und Komplexität zwei Standardzimmern entspricht, kann es als 2 Room Credits gezählt werden. Dies ist besonders wichtig für Suiten, Zimmer mit Küche, Terrassen oder besonderen Anforderungen (z.B. VIP-Gäste oder Allergiker).

Norm und Flexibilität

Eine Punktnorm bedeutet keine feste Anzahl von Zimmern. Eine Zimmerdame kann erhalten:

  • 6–8 einfache Check-out-Zimmer
  • 3–4 Suiten oder kombinierte Aufgaben
  • Zusätzliche Aufgaben: Minibar-Auffüllung, Berichte, Fotodokumentation

Wichtig ist, dass das System transparent und abgestimmt ist – die Mitarbeiter müssen verstehen, wie ihr Arbeitsplan erstellt wird und warum die Aufgaben unterschiedlich verteilt sind.

Flexibilität bei niedriger Belegung

Auch wenn einer Sektion 18 Zimmer zugewiesen sind, kann eine Zimmerdame bei niedriger Belegung nur 10–12 reinigen. Ihre Aufgaben werden dann ergänzt durch:

  • Tiefenreinigung (Badezimmerschränke, unter den Betten usw.)
  • Vorbereitung von VIP-Ankünften
  • Kontrolle des Verbrauchsmaterialbestands

So wird die budgetierte Zeit vollständig genutzt, auch bei weniger zu reinigenden Zimmern.

Vorteile des Punktesystems

  • Objektivität: Alle Aufgaben werden nach einem einheitlichen Maßstab bewertet – unabhängig von subjektiven Einschätzungen oder persönlichen Vorlieben des Supervisors.
  • Flexibilität: Der Zeitplan lässt sich an die Hotelbelegung, das Gästeprofil (Touristen, Geschäftsreisende, Familien) und die Zimmereigenschaften (Suiten, Apartments) anpassen.
  • Transparenz: Es lässt sich leicht erklären, warum ein Mitarbeiter 5 Zimmer hat und ein anderer 8 – der Punktunterschied zeigt die tatsächliche Arbeitsbelastung.
  • Motivationssteigerung: Klare und faire Kriterien helfen, Konflikte im Team zu reduzieren und das Vertrauen in die Führung zu erhöhen.
  • Vereinfachte Einarbeitung: Neuen Mitarbeitern können Aufgaben mit weniger Punkten zugewiesen werden, ohne Qualitätseinbußen.
  • Qualitätssicherung: Abweichungen lassen sich verfolgen – wenn eine Reinigung zu wenige oder zu viele Punkte benötigt, ist das ein Anlass zur Analyse.
  • Grundlage für Automatisierung: Digitale Systeme wie CELLYPSO Housekeeping berechnen Punkte automatisch und erstellen Aufgaben, was den Verwaltungsaufwand reduziert.

Das Punktesystem ist nicht nur eine Erleichterung für den Supervisor, sondern der Schlüssel zu Steuerbarkeit und Vorhersehbarkeit im Housekeeping. Es macht Chaos beherrschbar und Konflikte selten.

Was ist der Produktivitätsfaktor und wozu dient er?

Der Produktivitätsfaktor (Productivity Factor, PF) ist ein Kennwert, der angibt, wie viel Zeit durchschnittlich für die Reinigung eines Zimmers benötigt wird. Dieser Parameter ermöglicht eine präzise Überwachung der Effizienz der Zimmerdamen und des gesamten Housekeeping-Dienstes.

Formel zur PF-Berechnung

PF = Gesamtarbeitszeit (in Stunden) / Anzahl gereinigter Zimmer

Beispiel: Wenn eine Zimmerdame 8 Stunden gearbeitet und 13 Zimmer gereinigt hat:

PF = 8 / 13 = 0,615 – das bedeutet, dass für die Reinigung eines Zimmers 0,615 Stunden oder etwa 37 Minuten benötigt werden.

Wozu dient der PF?

  • Objektive Messung der Reinigungsgeschwindigkeit
  • Ermöglicht die Überwachung der Einhaltung von Standards
  • Hilft, Abweichungen zu erkennen – Eile oder Überlastung
  • Liefert Argumente für die Anpassung von Stellenplan und Budget

Wenn der PF stark sinkt (z.B. auf 0,57 – 34 Minuten pro Zimmer), kann das bedeuten, dass der Mitarbeiter sich beeilt und die Qualität leidet. Wenn der PF steigt (z.B. 0,7 – 42 Minuten pro Zimmer), sollte überprüft werden, ob Überlastung, technische Schwierigkeiten oder eine suboptimale Logistik vorliegen.

Wichtig: Der PF ist unabhängig von Hoteltyp, Zimmerkategorie oder Gast. Er spiegelt die Zeit wider, die für die Betreuung aufgewendet wird, nicht die Komplexität des Zimmers. Für Zimmer mit erhöhter Komplexität (z.B. Suiten) wird das Punktesystem verwendet – wobei ein Zimmer in der PF-Berechnung als 2 oder mehr gezählt wird.

Einflussfaktoren auf den Produktivitätsfaktor (PF)

Der PF kann nicht manuell festgelegt werden – er wird auf Grundlage der tatsächlichen Zeit und der Anzahl betreuter Zimmer berechnet. Jedoch können verschiedene Faktoren sein Steigen oder Fallen beeinflussen.

Was den PF erhöhen kann (mehr Zeit pro Zimmer):

  • Komplexe Raumaufteilung, große Entfernungen zwischen Sektionen
  • Große Zimmer oder Suiten, die mehr Zeit erfordern
  • Gäste, die bis zum späten Vormittag im Zimmer bleiben (stören die Reinigung)
  • Hoher Anteil an VIP-Gästen, DND oder Sonderwünschen
  • Mangel an Inventar, Überlastung der Mitarbeiter

Was den PF senken kann (weniger Zeit pro Zimmer):

  • Gäste verlassen das Zimmer früh – weniger Störungen
  • Standardzimmer ohne zusätzliche Details
  • Kompakte Raumaufteilung und gute Logistik
  • Prozessautomatisierung und erfahrenes Team

Der PF ist also keine "Hotelnorm", sondern ein Ergebnis der Analyse. Beobachten Sie seine Veränderungen, um zu verstehen, wo Zeit verloren geht und wo die Effizienz gesteigert werden kann.

Automatisierung und das CELLYPSO-System

Das System CELLYPSO Housekeeping ermöglicht:

  • Zuweisung von Punkten zu Aufgaben und Zimmern
  • Automatische Erstellung von Zeitplänen
  • Berechnung des PF in Echtzeit
  • Analyse des Fortschritts und der Mitarbeiterauslastung
  • Erstellung von Berichten nach Schichten und Tagen

Fazit

Das Punktesystem und der Produktivitätsfaktor (PF) sind keine abstrakten Kennzahlen, sondern praktische Werkzeuge, die das Housekeeping steuerbar, vorhersehbar und fair machen.

Mit ihrer Hilfe können Sie:

  • Aufgaben sinnvoll auf die Zimmerdamen verteilen
  • Überlastung oder Unterauslastung zeitnah erkennen
  • Budget und Stellenplan fundiert planen
  • Konstante Qualität bei jeder Belegung aufrechterhalten

In Kombination mit digitalen Tools wie CELLYPSO Housekeeping wird dieses System nicht nur zur Theorie, sondern zur täglichen Arbeitspraxis – transparent, präzise und benutzerfreundlich.

Beginnen Sie mit Zahlen – und Housekeeping wird vom "Handsteuerung" zu einem starken und zuverlässigen Teil Ihres Services.

Häufige Fragen zum Punktesystem und Produktivitätsfaktor

Was ist der Unterschied zwischen Punktesystem und Produktivitätsfaktor?

  • Das Punktesystem (Room Credits) bewertet die Komplexität und den Aufwand jeder Reinigungsaufgabe vorab, während der Produktivitätsfaktor (PF) die tatsächlich aufgewendete Zeit pro Zimmer im Nachhinein misst. Beide ergänzen sich: Das Punktesystem dient der Planung, der PF der Analyse.

Wie viele Punkte sollte eine Zimmerdame pro Schicht erreichen?

  • Bei einer 8-Stunden-Schicht und etwa 300 Minuten reiner Arbeitszeit (nach Abzug von Pausen und Wegen) liegt die Tagesnorm typischerweise bei 25–30 Punkten. Dies entspricht etwa 12–13 Standardzimmern bei Qualitätsarbeit.

Was ist ein guter Produktivitätsfaktor (PF)?

  • Ein PF von etwa 0,6 (ca. 36–37 Minuten pro Zimmer) gilt als ausgewogener Wert, der Qualität und Effizienz vereint. Werte unter 0,5 können auf Hast hindeuten, während Werte über 0,7 auf Überlastung oder logistische Probleme hinweisen können.

Wie werden Suiten im Punktesystem bewertet?

  • Suiten und komplexe Zimmer erhalten höhere Punktzahlen – typischerweise 8–10 Punkte (80–100 Minuten) gegenüber 5–6 Punkten für Standard-Check-outs. Sie können auch als 2 Room Credits gezählt werden, um die PF-Berechnung fair zu halten.

Kann der Produktivitätsfaktor manuell angepasst werden?

  • Nein, der PF ist ein berechneter Wert auf Basis tatsächlicher Daten. Er kann nicht manuell festgelegt werden, da er die reale Arbeitsleistung widerspiegeln soll. Die Einflussfaktoren (Zimmerkomplexität, Logistik, Gästeverhalten) wirken sich indirekt auf den PF aus.